Von Oderbrück auf den Brocken (2026)

Von Oderbrück auf den Brocken (2026)

Datum der Tour: 3. Januar 2026

Start- & Zielpunkt: Wanderparkplatz Oderbrück

Aufstieg: 380 m

Abstieg: 380 m

Dauer: 3:26 Std.

Länge: 15.5 km

Bereits auf der Tour im August auf den Brocken, haben wir beschlossen, noch einmal bei schönstem Schnee-Wetter auf den Brocken zu wandern. Nicht gerade über den Eckerlochstieg, aber eine Winterwanderung sollte es schon werden.

Die Wanderung sollte von Oderbrück zum Brocken hinaufgehen. Eine relativ kurze, aber schöne Strecke – besonders im Winter. Geplant waren also knappe 16km bei ungefähr 400 Höhenmetern. Im Schnee noch einmal eine andere Nummer!

Es war Neuschnee angesagt und auch der Zustand der Autobahn in dieser nachtschlafenden Zeit war mir unbekannt. Also entschied ich mich dazu, noch etwas eher als sonst loszufahren. Dazu kam noch der Zustand, dass Schnee und eine Wanderung auf den Brocken eine echt miese Kombination sind, wenn man alleine unterwegs sein möchte. Das schafft man zumindest auf dem Hinweg nur, wenn man früh genug losläuft.

Und was soll ich sagen, es war eine extrem gute Idee. Die ganze Fahrt musste witterungsbedingt etwas langsamer vonstattengehen, ich kam aber ohne Probleme sicher in Celle an, um Tobi abzuholen. Wie gewohnt, wechselten wir dort das Auto und wir freuten uns schon auf einen tollen Tag im Schnee. Der Stamm-Bäcker in Celle für unsere Mett-Brötchen hatte auch schon geöffnet.

Den Kaffee für das Kofferaumklappen-Frühstück wollten wir uns in Bad Harzburg „jagen“. Dort probierten wir einen neuen „Kaffee-Dealer“ namens Mannamia aus. Das Personal war freundlich und der Kaffee war auch sehr lecker.

Anschließend ging es hinauf nach Torfhaus zum Start-Parkplatz Oderbrück. Bereits aus der Ferne konnte man schon sehen, dass einige Fahrzeuge extreme Probleme hatten, den Berg hinaufzukommen. Auch Autos mit Allrad und Winterreifen waren von der extremen Glätte (es wurde wohl noch nicht gestreut) überrascht und hatten so ihre Mühe, den Berg hinaufzukommen. Wir rutschten an einigen Stellen auch etwas und waren froh, als wir endlich am Zielparkplatz angekommen waren. Die Rückfahrt wird hoffentlich besser.

Das Kofferraumklappenfrühstück fiel aufgrund der Kälte und des starken Windes etwas kürzer aus, als gewohnt. Wir müssen uns bewegen! Also legten wir fix die Ausrüstung an und zogen los. Es war für diese Uhrzeit schon recht viel los auf dem Parkplatz. Wo waren die ganzen Leute alle hin? Wahrscheinlich waren das alles Skilangläufer. Mal sehen, was uns unterwegs erwartet.

Der Weg war zum Teil maschinell geglättet und es waren auch schon einige Loipen gezogen. Dort lief es sich recht angenehm. Als dann die Abschnitte kamen, wo noch niemand gelaufen ist, war es schon etwas anstrengender, vorwärtszukommen. Aber alle Anstrengungen lohnten sich, denn wir hatten eine atemberaubend schöne Schneelandschaft.

Zwischendurch wurde es sehr stürmisch und dunkel. Neuer Schnee kam auch immer wieder nach. Durch den kalten Wind war es auch nicht gerade gemütlich. Aber wir wollten es ja so. Zumindest gefroren haben wir jetzt nicht mehr.

Ab und zu kamen uns von „oben“ einige Wanderer entgegen. Irgendwie waren es für meinen Geschmack zu viele. Tobi hatte auch schon wieder die wilde Idee, Leute zu schubsen. So viele waren es. Aber was hatten die Leute alle an? Sie sahen aus, wie bei einer K2-Expedition. Ich kam mir so richtig „underdressed“ vor. Komisches Volk, diese Wanderer.

So langsam begriffen wir, warum sie so gekleidet waren. Je weniger Höhenmeter es bis zum Gipfel waren, umso ungemütlicher wurde das Wetter. Alter Schwede, sowas hatte ich noch nicht erlebt. Oben angekommen, war die Sicht gegen null und wir mussten den Gipfelstein erst mal suchen. Das war bei –6 Grad (gefühlt –21) und einer Windgeschwindigkeit von 108km/h schon Wahnsinn!

Mein ganzes Gesicht und die Ohren waren mit Eis bedeckt und es war bitterkalt. Mein Ohr fühlte sich wie ein Steak aus dem Gefrierschrank an. Nur nichts abbrechen! Für ein Foto hat es aber gereicht. Eine tolle Grenzerfahrung – zumindest für uns. Nun aber schnell wieder nach unten.

Je weiter wir nach unten kamen, umso „freundlicher“ wurde das Wetter zu uns. Und jetzt zeigte sich wieder, warum wir so früh losgewandert sind. Wir verließen den Brocken gegen Mittag wieder und es kamen uns gefühlt mehrere hundert Wanderer in kleinen oder großen Gruppen entgegen. Kleine Kinder, Hunde, alles war dabei. Hoffentlich sind an diesem Tag alle wieder gesund und heile vom Berg heruntergekommen.

Wir hatten einiges erlebt an diesem Tag und es gab auf dem Weg hinunter einiges zu erzählen. Am allermeisten freuten wir uns jetzt auf den Harzer Schnitzelkönig und das tolle Essen dort. Es war ja recht früh, und wenn man gegen 15 Uhr dort aufschlägt, muss man auch nicht so lange auf einen freien Platz warten.

Nun fing das ganze Drama an! Eine Stunde und 45 Minuten standen wir vor, in und nach Torfhaus im Stau. Der gesamte Seitenstreifen war auf beiden Seiten mit vollgeparkten Autos blockiert, und in Torfhaus versuchten die Autofahrer immer noch, auf die völlig überfüllten Parkplätze zu fahren. Das war nichts für mich, aber da musste ich wohl durch. Es war ein Verkehrschaos wie aus dem Bilderbuch.

Nach über 2 Stunden kamen wir endlich beim H.S.K. an und auch dort war es mittlerweile extrem voll. Matze und seine Crew hatten alle Hände voll zu tun, um den „Stau“ vor Ort abzuarbeiten. Der gesamte Stress fiel sofort ab, als wir unseren Tisch und das erste Weizenbier vor der Nase hatten. Es war trotz allem ein genialer Tag, von dem wir noch viel erzählen werden.

So ganz nebenbei kamen heute 15,5 km und 380 Höhenmeter bei einer reinen Laufzeit von 3 Stunden und 26 Minuten zusammen.

Die nächsten Touren sind geplant und wir kommen wieder. „Harz geht immer!“

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