Tour 41: Schierke und Umgebung

Tour 41: Schierke und Umgebung

Datum der Tour: 18. April 2026

Start- & Zielpunkt: Schierke

Dauer: 4:00 Std.

Länge: 16.9 km

Aufstieg: 580 m

Abstieg: 590 m

Stempelstellen: 021 | 013 | 015 | 174 | 017

Quelle: Screenshot von Komoot

Durch unsere ganzen Extremwanderungen wurde die Harzer Wandernadel in letzter Zeit echt vernachlässigt. Darum habe ich mich dazu entschlossen, mal ein paar Wanderungen mit etwas mehr Stempeln zu planen. So ganz nebenbei fülle ich damit ja auch noch ein paar Themenhefte.

Nur eine Woche vor unserem 50-Kilometer-Megamarsch an der Ostsee wollten Ramona und ich noch ein paar Höhenmeter trainieren. Dazu bot sich eine tolle 17-Kilometer-Tour mit über 500 Höhenmetern ja förmlich an. Ganze 5 Stempel lagen zwischen Start und Ziel, und diese wollten auch noch ins Heft gedrückt werden.

Tobi hatte auch Zeit und somit fuhren Ramona und ich wieder sehr früh in Richtung Celle, um Tobi einzusammeln und natürlich auch das Auto zu wechseln. Beim Stammbäcker „Kiess & Krause“ besorgten wir uns noch unsere geliebten Zwiebelmett-Brötchen und nach dem Umpacken der Ausrüstung fuhren wir endlich los. Das sieht jedes Mal aus, als würden wir umziehen. Aber egal, man muss auf alles vorbereitet sein.

Den Kaffee wollten wir in Wernigerode bei der „Bäckerei und Konditorei Silberbachherausholen. Dort waren wir schon öfter und der Kaffee schmeckt dort sehr gut. Dort angekommen, standen die anderen Kunden schon bis weit nach draußen und wir hatten keine Lust, uns anzustellen. Hier muss es doch noch einen anderen guten Bäcker geben. Eine schnelle Google-Suche führte uns zum „Schlemmercafé Sachsen-Anhalt“.

Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Auslage dort lud uns zum „Sündigen“ ein. Wir blieben aber standhaft (naja, 2 von uns zumindest) und ließen uns den Kaffee in unsere Coffee-to-go-Becher füllen. Jetzt aber endlich mal los zum Startparkplatz. Schließlich wartet dort zu Beginn einer jeden Wanderung das obligatorische Kofferaumklappen-Frühstück. Mittlerweile hatten wir auch wirklich Hunger.

Der Parkplatz in Schierke war perfekt dafür gewählt und wir ließen es uns echt gut gehen. Bereits jetzt war das Wetter schon bombastisch! Sonne pur. Eigentlich war gegen Mittag etwas Regen angesagt, aber der kann ja auch vorbeiziehen. Tobi bot mir noch an, seinen Rucksack zu probieren, da ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele, mir einen komplett wasserdichten Rucksack anzuschaffen. Ich mag diese Abdeckung rauf und wieder runter bei Regen und beim Stempeln nicht. Es passte alles in den Rucksack und ich musste mich erst mal wieder umgewöhnen. Das ist ja so gar nichts für mich. Aber … „Wat mutt, dat mutt“.

Bereits beim Losgehen genossen wir die tolle Weitsicht, die sich uns heute bot. Man konnte den Wurmberg-Turm in der einen und den Brocken-Turm in der anderen Richtung sehen. Das war echt schön. Nach etwa einem Kilometer kam der erste Stempel. Die HWN 21 (Helenruh) war nur für das Hauptheft und dementsprechend schnell war ich fertig. Tobi führte in der Zwischenzeit seine wieder zum Leben erweckte Drohne aus und versorgte uns mit tollen Drohnenaufnahmen.

Ab Kilometer zwei wurde es etwas anstrengender. Es ging am Bahnhof Schierke und den Feuersteinen (hier wurde auch ein Stopp zum Fotografieren eingelegt) vorbei, hinauf zum Ahrensklint (HWN 13). Puh! Jetzt war uns warm. Die Aussicht war grandios und wir kamen vor lauter Fotografieren kaum weiter. Das würde ein langer Tag werden, wenn wir in diesem Tempo weitermachen würden. Egal, wir haben alle Zeit der Welt.

Wanderhighlight: Feuersteinklippe

Die Feuersteinklippe, auch Feuersteinklippen oder Feuersteine genannt, ist eine Felsformation im Mittelgebirge Harz und ein Wahrzeichen der Ortschaft Schierke im sachsen-anhaltischen Landkreis Harz. Die wuchtige Felsenformation ist, anders als der Name vermuten lässt, ein aus Granit bestehender Härtling. Sie weist ein für den Granit typisches orthogonales Kluftsystem und die charakteristische Wollsackverwitterung auf.Der Name Feuersteinklippe ist vergleichbar mit dem Namen der südöstlich gelegenen Schierker Wiesen (früher Schierker Feuersteinwiesen genannt), die sich ebenfalls im Nationalpark Harz befinden. Oft wird die Namensherkunft „Feuer“ von dort möglicherweise entfachten kultischen Feuern bzw. Signalfeuern abgeleitet, doch das ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine Legende. Walther Grosse schreibt in seiner „Geschichte der Stadt und Grafschaft Wernigerode in ihren Forst, Flur- und Straßennamen“ (Wernigerode 1929) zur Namensherkunft, dass der Granit dort sehr hart sei und mit dem Stahl Funken gebe. Trotzdem bleibt die Namensherkunft unklar.Eine an der Feuersteinklippe angebrachte Tafel erinnert an den Besuch Goethes und des Malers Georg Melchior Kraus, die hier am 4. September 1784 zu geologischen Studien weilten. Nach der Klippe ist der in Schierke begründete Kräuterlikör Schierker Feuerstein benannt, auf dessen Flaschenetikett sie abgebildet ist. Quelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Feuersteinklippe)

Heute waren aufgrund des Wetters auch mal ein paar mehr Wanderer unterwegs. Es kann allerdings auch an der Gegend gelegen haben. Wir wissen es nicht. Es ging weiter über den Glashüttenweg hinauf zur HWN 15 (Leistenklippe). Wow! Die Aus- und Weitsicht war auch hier grandios. Also, wieder auf die Felsen klettern und ein paar eindrucksvolle Fotos schießen. So ganz nebenbei wurde auch die Höhenangst eines Wanderbuddys nahezu zum Erliegen gebracht. Natürlich ließen wir uns wieder sehr viel Zeit. An diesem Tag wurde nur gechillt!

Nun ging es 2,5 Kilometer steil bergab und der angekündigte Regen setzte ein. Nicht schlimm, es war ja warmer Regen. Die dünnen Sommer-Regenjacken hielten Ramona und mich trocken. Tobi hatte seine Regenjacke auch mit … im Auto … und musste entscheiden, ob nur sein T-Shirt oder auch der Pullover nass werden sollte. Er hoffte auf einen kurzen Schauer. … hoffte, es waren aber mehrere aufeinanderfolgende kurze Schauer … und das T-Shirt musste nass werden … Die matschigen Wege wurden teilweise echt rutschig. Eine Hose musste dran glauben. Das war doch ein guter Schnitt.

An der HWN 174 (Hohnehof) am Nationalparkhaus war der nächste Stempel. Der lag so geschickt an der offenen Tür beim Infopunkt mit Café, dass wir sofort die warmen Waffeln gerochen haben. Das war fies. Eigentlich wollten wir gar nichts essen, denn allzu weit war es gar nicht mehr bis zum Ende der Wanderung und dem damit verbundenen Besuch beim Harzer Schnitzelkönig. Aber bei dem Geruch wurden wir schwach. Nach dem Regen taten die Waffel und eine kalte Cola echt gut.

Wanderhighlight: Trudenstein

Der Trudenstein im Harz ist eine Granitfelsformation (bei ca. 735 m ü. NHN) unterhalb des Hohnekamms nahe Schierke im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Der Trudenstein ist ein beliebtes Wanderziel und von Schierke und Drei Annen Hohne aus leicht auf Wanderwegen zu erreichen. Der Gipfel der Felsformation ist über Leitern zugänglich. Von dort aus hat man Ausblick unter anderem in Richtung Schierke, Elend und Stöberhai. Der Name „Trudenstein“ leitet sich von der angeblichen Ähnlichkeit der Felsen mit einer Drude, einer altdeutschen hexenähnlichen Sagenfigur, ab. 1783 soll Johann Wolfgang von Goethe am Trudenstein vorbeigewandert sein. Caspar David Friedrich bildete die Formation 1811 auf einer Zeichnung ab. Sie soll ihn auch zu einer Felsgruppe im Vordergrund seines Gemäldes „Der Watzmann“ inspiriert haben. Bereits 1894 wurden erstmals Leitern auf den Gipfel des Trudensteins errichtet. Quelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Trudenstein)

Nach einer kurzen, aber verdienten Pause, ging es weiter zum nächsten Felsen. Der lag natürlich weiter oben und die kommenden Höhenmeter hinauf zum Trudenstein (HWN 17) sorgten schnell dafür, dass uns wieder warm wurde. Auch hier oben war die Aussicht wieder der Wahnsinn. Stempeln, fotografieren und nach einer Trinkpause ging es weiter zum Auto. Es wurde immer ungemütlicher, und beim Auto angekommen zogen wir uns erst einmal trockene Kleidung an.

Wir kamen auf dem Rückweg irgendwie wieder am H.S.K. vorbei. Sehr komisch, egal wo wir im Harz sind, der Harzer Schnitzelkönig liegt immer auf dem Weg nach Hause. Verrückt! Die neue Spargelkarte sorgte für eine willkommene Abwechslung, und nach einigen netten Gesprächen mit der Mannschaft des H.S.K. und dem Abschluss-Espresso machten wir uns satt und glücklich auf den Weg nach Hause.

Das war eine abwechslungsreiche Tour mit 590 Höhenmetern, und so ganz nebenbei kamen 16,9 Kilometer mit einer reinen Laufzeit von genau 4 Stunden zusammen. Es hat wieder mal sehr viel Spaß gemacht.

Die nächsten Touren sind geplant und wir kommen wieder. „Harz geht immer!“